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Workshop mit Regina Pessoa

Im Wintersemester 15/16 war die portugiesische Trickfilmerin Regina Pessoa eine Woche zu Besuch in der Trickfilmklasse. Nach einer Vorstellung ihrer Werke wurden die Teilnehmer*innen aufgerufen, zum Thema »my dark side« kurze Loops zu entwickeln. Es wurde dazu angeregt, die dunkelsten Seiten in sich zu entdecken, formal sollte außerdem mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten gearbeitet werden.

Regina Pessoa stand den Teilnehmer*innen immer mit hilfreicher und motivierender Kritik zur Seite. Am Ende gab es einige tolle Ergebnisse zu bewundern. Zum Rundgang im Sommer 2016 sorgten Maren Wiese und Christina Dix für eine Ausstellung der Loops im Rahmen des Rundgangs 2016.

Regina Pessoa auf Vimeo
Ciclopefilmes.com

Madagaskar begegnen – Trickfilmklasse Kassel beim Dokfest

Die Workshopfilme „Dreams“ und „Zoma“ werden am 11.11.2015, 13:15, Großes Bali Kino beim Dokfest im Sonderprogram „Madagaskar begegnen – Encountering Madagascar“ zu sehen sein.

Auf Madagaskar – einer Insel so groß wie Frankreich und Luxemburg zusammen – gibt es nur ein einziges Filmfestival. Das RFC (Rencontres du Film Court de Madagascar) ist nicht nur ein Begegnungsort für Filmemacher (Rencontres: franz. Begegnung, Zusammenkunft), sondern schafft auch Chancen zur Ausbildung, die es sonst nicht gibt. An neun Tagen fanden 2015 neben vielfältigen Screenings madagassischer und internationaler Filme, Workshops und Seminare statt, die von Experten aus der ganzen Welt geleitet werden. Das RFC nimmt so den Platz einer Filmschule ein, die es gegenwärtig noch nicht gibt.

Im letzten Jahr konnte ein Austausch zwischen der Trickfilmklasse der Kunsthochschule Kassel und dem RFC arrangiert werden. Drei Filmemacher und der Direktor des Festivals kamen nach Kassel und erschufen gemeinsam mit den Studenten der Trickfilmklasse in 48 Stunden den Workshopfilm „Dreams“. Zwei der Studenten und eine Mitarbeiterin der Kunsthochschule Kassel besuchten darauf hin im Frühjahr diesen Jahres das RFC in der Hauptstadt Madagaskars. Dort wurde gemeinsam ein zweiter Film, diesmal zum Thema Markt (Zoma: malagasy Freitagsmarkt) erarbeitet.

Zwei Ausbildungsorte – zwei Begegnungen – zwei Workshopfilme, die eine Auswahl der besten aktuellen madagassischen Kurzfilmproduktionen umrahmen. Eine kleine Sensation, denn erst seit einiger Zeit entstehen entgegen aller Widrigkeiten wieder professionelle Filmproduktionen in Madagaskar. In einem Land, dass sich gegenwärtig von einer autokratischen Herrschaft und diversen Regierungsumstürzen erholt, in dem es kein einziges Kino mehr und kaum Mittel zur kulturellen Förderung gibt, schließt sich eine wachsende Gruppe junger Filmemacher zusammen und erfindet ihre Filmindustrie neu.

Vier dieser Cineasten schenken uns mit ihren Filmen einen Einblick in den madagassischen Alltag. Was diese Filme vereint ist ihr einfühlsamer Blick auf einen kleinen Ausschnitt des Lebens, in dem sich die Welt spiegelt.

So wie diese kleine, aber feine Filmindustrie praktisch aus dem Nichts erwachsen ist, so entsteht gerade das erste Kino in der Hauptstadt Tana. Die Bestuhlung ist noch auf dem Weg zur Insel, doch die Leidenschaft zum Film ist schon längt angekommen.